Das grosse Abenteuer - gen Osten fahren

Viele Wege führen gen Osten

Lorenz fragte mich im Herbst 2017, ob ich Lust habe, mit ihm und einem geländegängigen Lastwagen gen Osten zu fahren.

Ich war sofort und ohne grosse Überlegung dabei.

Dieser Blog ist mein Tagebuch, das ich gerne mit dem interessierten Leser teile.

Auf gendermässige Schreibkiller und übertriebene Political Correctness verzichte ich bewusst. Selbstverständlich sind ausdrücklich auch weibliche Leser, also Leserinnen, herzlich willkommen. Und selbstredend werden Anstand, ein freundlicher Ton, Respekt und Achtung in meinem Blog gross geschrieben

Die einzelnen Artikel sind chronologisch absteigend angeordnet...das Neuste ist zuoberst, der Anfang ganz unten.

29. Sept. 2018 Radwechsel üben

Am vergangenen Samstag haben wir unter der fachmännischen Anleitung von Pascal, einem LKW-Mechaniker, das Wechseln von Rädern geübt, den Motor inspiziert und Details geklärt...und dann habe ich meine erste Einweisungsstunde auf diesem vollmechanischen Gefährt erleben dürfen.

Das Schalten ist nicht ohne und überhaupt sind die Unterschiede zum vollautomatischen Fahrschule-Fahrzeug massiv...es ist ein ganz anderes Fahren!

Und es macht höllisch Spass!

Hier ein Timelapse-Video von Radwechsel und Motorinspektion.

Ausserdem haben wir die Tröten, die Lorenz besorgt hatte, montiert.

Von den montierten Horns habe ich vergessen, ein Foto zu machen. Das werde ich nachliefern.

Dieses Horn wird durch Druckluft betrieben und die Auslösung funktioniert über einen Zug. Dafür werde ich eine Vorrichtung in meiner Werkstatt herstellen.

Solche Hörner sind erlaubt, wenn sie mehr als 2 Meter über dem Strassenniveau montiert und nicht lauter als 112dB sind.

27. Sept. 2018 Fahrprüfung Kat.C bestanden

 

Nach 20 Lektionen bei Ph. Warpelin von der Fahrschule Schwab in Basel habe ich heute die Prüfung im ersten Anlauf bestanden.

Das Fahren mit dem vollautomatischen und mit allem nur erdenklichen Komfort ausgestatteten Mercedes-Truck war eine reine Freude! Die Grösse des Fahrzeugs bereitete mir keine Mühe und ich konnte mich gut und sicher im Verkehr bewegen. So war der Prüfungstermin nicht mit Angst verbunden, sondern es war mir eine Freude, mein Können zu zeigen, denn ich wusste was ich konnte - und was nicht so gut. So ist mir ein Lapsus passiert, als ich beim Einbiegen in eine relativ enge Strasse mit dem rechten Hinterreifen den Randstein touchierte...und beim rückwärts Anfahren einer Rampe musste ich korrigieren, was der Experte allerdings mit «richtig!» quittierte.

Für die professionelle und sehr präzise Unterrichtung danke ich Philipp Warpelin herzlich. Die Fahrstunden mit ihm waren eine grosse Bereicherung und ich lernte gut und effizient, worauf es ankommt. Ich kann ihn sehr empfehlen!

Nachdem ich nun mit einem vergleichsweise einfach zu bedienenden Fahrzeug die Grundlagen des LKW-Fahrens erlernt habe, ist der nächste Schritt die Einweisung auf unserem mechanischen «Muni» und das Üben zusammen mit Lorenz, der als Feuerwehrmann, Motorfahrer im Militär und Lastwagen-Chauffeur für Überführungen nach Osteuropa über eine reiche Erfahrung verfügt.

8. April 2018 Übernahme des Fahrzeugs

Es ist ein sonniger Samstag im April, Lorenz und ich lassen uns von einem Feuerwehrkollegen, der den Oldtimer bewegen muss, zur Garage von Hansjörg kutschieren.

Jetzt schauen wir uns den Lastwagen genau an und lassen uns so viel wie möglich von Hansjörg erklären. Er kennt das Gerät in- und auswendig und hat viele gute Tipps bereit.

Der Anhänger, ebenfalls geländegängig, ist in erster Linie Garage für das im Kaufpreis beinhaltete Motorrad, eine BMW F650 GS. Daneben steht eine kleine Waschmaschine, ein Schweissgerät sowie viele Ersatzteile, komplettes Werkzeug und viele Verbrauchs- und Verschleissmaterialien sind vorhanden.

Die abgekippte Fahrerkabine gibt den Blick auf den Motor frei, einen Deutz Reihen-6-Zylinder mit etwas mehr als 6 Liter Hubraum.

Als alle momentanen Fragen beantwortet, die Fahrzeugpapiere und -schlüssel ausgetauscht und gegenseitige Freude kundgetan sind, besteigen wir stolz unseren «Muni» und tuckern zu Lorenz, wo bereits die Familie auf uns wartet.

 

 

13. Januar 2018 - Besichtigung unseres Fahrzeugs

 

Heute durften Lorenz und ich das Fahrzeug, das er über Kontakte in seinem Bekanntenkreis gefunden und für tauglich befunden hatte, gemeinsam besichtigen. Lorenz kannte den Iveco bereits und hatte schon einen freundschaftlichen Kontakt zu Hansjörg, dem Besitzer, geknüpft.

Hansjörg, ein Garagist aus der Region Bern, ist mit dem ehemaligen Bundeswehr-Lastwagen von 1990 bereits in die Mongolei und zurück sowie nach Murmansk und zurück gefahren. Den Schelter hat er sehr sauber, robust und zweckdienlich ausgebaut.

Es ist ein sonniger Samstagnachmittag im Januar, Hansjörg hat den Laster mit der Schnauze in die Sonne gestellt.

Ich bin hellauf begeistert und komme aus dem Staunen kaum heraus. Die Vorstellung, mit diesem Ungetüm durch die kasachischen Steppen zu fahren, ist unglaublich erregend.

Das Fahrzeug ist ein Iveco 110-17, was für ein Gesamtgewicht von 11 Tonnen und eine Leistung von 170PS steht. So wie er da steht bringt er rund 8 Tonnen auf die Waage.

Im Shelter befindet sich eine kombinierte Toilette/Dusche gleich rechts neben der Eingangstür, die sich am Heck befindet.

Auf der linken Seite ist eine küchenbombinationsähnliche Situation eingebaut. Ein Waschbecken gleich bei der Tür.

Gegen die Fahrerkabine ist eine Sitz-Tisch-Kombination montiert, die sich mit wenigen Handgriffen in ein Doppelbett verwandeln lässt - so wie es in vielen Wohnwagen auch vorhanden ist.

Der Shelter ist mit einer Standheizung ausgestattet, ein sehr grosszügig dimensionierter Generator liefert ausreichend Strom um auch ein Schweissgerät zu speisen.

Lorenz und ich sind uns einig: dieser Lastwagen soll's sein - und per Handschlag besiegeln wir den Kauf unseres Wohnmobils.