Kunst machen macht Kunstmacht-Kunst macht Kunst

Kunst, Künstler, Künstliches, Mächtiges, gemachte Kunst, gekünsteltes Machen…seit ich denken kann und bereits davor begleitet sie mich, die Kunst, die Machbare und Künstliche, die Mächtige und die Gekünstelte, Kunstvolles und Ohnmächtiges ist genauso vorhanden wie Allmächtiges und Kunstbefreites.

Farben allüber, Formen in Hand und Auge, Inspirationen am laufenden Band, zeichnender Vater, meisterliche Mutter, gezeichnete Kostüme, gemalte Laternen, pinselschwingende Pinsler, feine Borsten, Farbklekse, Zentrifugen, Picassos für Basel, splitternden Marmor, Farbspritzer im Gesicht, wilde Harmonien im Steinbruch, ekstatische Tänze im Wald, freue Sessions zu Fünft, groovige Meetings mit Graf Porno und den Mädels, experimentelle Installationen in alten Fabriken, alles durchdringender Stil, verschmelzende Ideen, fragwürdige Aktionen laute Stille, Einfachschönes…überall berührt sie, bewegt, regt an und auf, rügt einen für Versäumtes und verspricht Besserung, lügt, schwindelt, lacht, grinst, wähnt sich, verspottet einen in seiner Winzigkeit und Bedeutungslosigkeit, hebt dich in Höhen die nur du wahrnimmst aber umso intensiver, ist in dir, um dich, über und unter dir, will dich haben und auch verlassen, sucht dich und findet dich doch nie…Kunst ist gar nichts, eine Idee nicht einmal, ein Pfupf in der Luft vielleicht oder nicht einmal das, ein stinkender Haufen oder ein loderndes Feuer, stiller Lärm und ohrenbetäubende Stille. Sie rennt dir nach und ist doch nicht hinter dir, scheint dir den Weg zu bahnen ohne ihn selber zu kennen und lässt einen nicht mehr los. Lässt mich nicht los. Liess mich noch nie los und wird es auch nicht tun.

Sie zu unterdrücken, wegzuschieben, zu verneinen und zu leugnen bringt nichts, denn sie ist beharrlich, zeitlos beharrlich. Ihr ist egal wann und ob überhaupt. Ich bin frei sie in mir, um mich, unter und über mir zu akzeptieren oder sie zu missachten, nicht zu sehen, abstreifen zu wollen. Sie wird immer noch da sein. Diskret. Unaufdringlich. Lieb. Fragend und wartend. Immer vorhanden.

Es liegt an mir, sie anzunehmen, mit ihr zu leben, sie zu achten und ihr den Respekt zu zollen der ihr gebührt. Die Kunst in sein Herz zu lassen, sein Sein von ihr durchweichen, durchfliessen, durchleuchten zu lassen und zu wissen, dass es gut ist. Denn es ist gut. Auch wenn es schwierig ist und nicht meinen Vorstellungen entspricht. Gut ist es wie es ist. Das Sein wird nicht durch Vorlieben geformt sondern das Ich formt sich im Sein, das gut ist.

Raum und Platz lassen dem, das unausweichlich ist, das eh da ist und nicht weg will. Es hämmert im Kopf, träumt in den Fingern, kribbelt in den Augen, spratzelt im Herz ob ich will oder nicht. Schamanisch und technisch, naturgebunden und schmierölverschmiert, freundlich und höhnisch drängt sie sich mahnend auf. Manchmal schmerzt sie auch. Sehr.

Ich gebe ihr immer mehr Raum, Platz, Zeit, Wichtigkeit, Priorität, Aufmerksamkeit, Be- und Achtung, Respekt, Licht, Wärme, Herz und Energie, will von ihr eingenommen werden und durch sie wachsen, möchte sie sehen und spüren und sie aus mir heraus lassen, ihr Freiraum geben und die Zügel locker lassen, will mich von ihr führen lassen und sie formen, beeinflussen und beeinflusst werden, spüren und fühlen im Innen und Aussen.

Auf der Reise sein. 

Kunst.