Landschafts-Fotografie

Grand Ballon, Vogesen, France, 2016

Landschaftsfotografie ist eine der Paradedisziplinen der Fotografie - von mir mehr unbedarft denn aufgrund fundierter Kenntnisse ausgeübt, macht es doch immer wieder Spass zu versuchen, mit der Kamera ein auch nur annähernd so spektakuläres Bild zu erzeugen wie es uns die Natur bietet.

Workshop Landschafts-Fotografie mit Jan Geerk im Baselbiet, Frühling 2017

Die «schönste Eiche im Baselbiet» mit ihren blühenden Nachbarn, April 2017, Basellandschaft, ©Xoff2017

An einem wettermässig durchzogenen Samstagnachmittag im April 2017 konnte ich an einem Landschaftsfotografie-Workshop mit Jan Geerk im Baselbiet teilnehmen. Schon lange wollte ich mehr wissen über Tricks und Tipps in der Landschaftsfotografie, die ich ja sehr oft mache...in Zukunft werde ich wohl vermehrt auf die sehr wertvollen Anleitungen, Anregungen und Tipps von Jan ein Augenmerk legen, wenn ich wieder an atemberaubenden Landschaften vorbei fahre.

Der Weg, Basellandschaft, ©Xoff2017

Die Gruppe aus neun TeilnehmerInnen war bunt gemischt - von Profis über fortgeschrittenen Anfänger und Erstlingen in einem Workshop bis zu Wiederholungstätern - was Jan kompetent und locker managte. Er gab allen das Know-How, das er oder sie für einen persönlichen Fortschritt brauchte und konnte die grundlegenden «Regeln» und Tricks leicht verständlich und anschaulich rüberbringen. 

Blick in die Ferne Richtung Bölchen, Basellandschaft, ©Xoff2017

Landschaftsfotografie ist etwa ähnlich wie Surfen: es hängt alles von den Bedingungen ab, ob die Voraussetzungen für ein Gelingen gegeben sind. Hier ist es das Wetter - oder genauer: das Licht.

Formt Licht die Landschaft, gibt es ihr Konturen, Schatten und Strukturen?...Leben eben...und kommt es aus der richtigen Richtung und im idealen Winkel daher? Ist es zu intensiv, zu lau, getrübt, verschmutz...damit muss der Landchaftsfotograf umgehen lernen. Oft ist es auch schlicht Geduld, die vonnöten ist, DAS Foto zu schiessen, das ich mir immer wieder anschauen will, das ich mit Stolz meinen Freunden zeige und das ich gern in der Ausstellung über mein Lebenswerk gut platziert wissen möchte.

Linien, Basellandschaft, ©Xoff2017

Es war ein dunstiger, stark bewölkter Tag, an dem wir uns in Liestal am Bahnhof trafen um dann in der unmittelbaren Nachbarschaft den ersten Spot mit der «schönsten Eiche im Baselbiet» (O-Ton Jan Geerk) anzusteuern.

«die schönste Eiche im Baselbiet», Basellandschaft, ©Xoff2017

Eine majestätische Eiche mit gedrungenem, kräftigem Stamm und sehr vielen schön geformten Ästen, die frei auf einer abschüssigen Wiese steht, zeigte sich uns im Streiflicht. Mit auf's Bild konnten noch blühende Kirschbäume genommen werden, die leider über Ostern etwas unter dem Frost gelitten hatten. Durch den sehr frühen meteorologischen Frühlingsbeginn in diesem Jahr war die Blüte der Kirschbäume eh bereits am Ende. Das Baselland oder Baselbiet, wie wie es hier in Baseldeutsch nennen, ist berühmt für seine Kirschen und im Frühling zur Blüte zieht es Unzählige auf die Ausläufer des Jura südöstlich von Liestal, ins sogenannte Oberbaselbiet.

die Eiche in der mitte

Wie gehe ich nun also ans Fotografieren in der Landschaft? 

Zuerst muss ein Objekt her. Eine Landschaft, in der ich idealerweise mit einem «Kamerablick» einen Blickwickel zu erspähe, der sich zu fotografieren lohnt.
Aber was lohnt sich denn?
Es gibt keine fixen Regeln, wie ein Landschaftsfoto aufgebaut und gestaltet sein muss, aber es gibt bestimmt einige Kriterien, die zu interessanten, besonders schönen Fotos führen (können).

suche klare Linien, Formen, Diagonalen

Suche klare, zusammenlaufende, geschwungene oder sonstige Linien, Diagonalen, und geometrische Formen- und Linienspiele. Sie geben dem Foto Spannung, Richtung, Dynamik.

Eiche zum Dritten, Basellandschaft, ©Xoff2017

Versuche, das Bild irgendwie im Goldenen Schnitt aufzubauen…oder einfach gesagt: ein Drittel-zwei Drittel-Regel. Also soll das Bildzentrum nicht in der Mitte, sondern jeweils etwa einen Drittel vom Rand entfernt sein. Das lässt den Betrachter den Blick auf das werfen, was ich ihm zeigen will.

warte auf die richtige Lichtsituation

Habe Geduld bis sich eine gute oder gar ideale Lichtsituation einstellt. Da das Licht sehr stark vom Wetter abhängig ist, müssen Bewölkung, Sonnenstand, Wind und Tageszeit bedacht werden.
Grundsätzlich sollte ich es vermeiden, über Mittag zu fotografieren. Die steil stehende Sonne und das grelle Licht bei klarem Himmel wirken sich ungünstig auf die Fotos aus. Morgens und gegen Abend, die ersten und letzten zwei, drei Stunden des Tages sind oft ideal.

nutze die Vorzüge der Jahreszeit

Die Jahreszeit ist auch wichtig. Nicht jeder Spot ist bei jeder Jahreszeit schön zu fotografieren. Die Blüte im Frühling oder die kleinen und saftigen ersten Blätter, die Frühlingsblüte der Wiesenblumen, grüne, farbige, leere, schneebedeckte Wälder. Voll im Gras stehende Wiesen oder frisch gemähte mit den Heuballen, Obstbäume in der Blüte oder reich behangen mit Früchten, mehrfarbige oder eher braun-ocker-gelbe Landschaften…Der Möglichkeiten sind je nach Saison viele.

und sei fleissig wie eine Biene.