RC-Modellbau

Wie ich genau zum Schiffsmodellbau gekommen bin, weiss ich heute nicht mehr. Sicher war der Schüler meines Vaters, Peter W., ein wichtiger Motivator. Er baute als ich noch in der Primarschule war, ferngesteuerte Schiffe und Fahrzeuge vollkommen selber, vom Rumpf bis zur Fernsteuerung. Ohne zu begreifen, was dieser junge Mann alles konstruierte, begann auch mein Feuer für den Schiffsmodellbau zu brennen.

Mein erstes Schiff war der Bausatz eines kleinen Krabenkutters von Graupner, der Tön12 in 1:25.

Das war ein sehr kleines Schiffchen, das mit nur zwei Funktionen ausgestattet war: vorwärts - rückwärts stufenlos, sowie das Ruder nach links und rechts schwenken. Es war ein hübsches Schiff, das mit seiner runden Rumpfbauweise und den grossen Netzen, die an den Bäumen hingen, ein perfektes Angriffsziel für Seitenwind darbot. Ich erinnere mich noch gut an den kühlen Frühlingstag, an dem ich mein Schiff in den Langen Erlen im Schiffliweiher zu Wasser liess und nur wenig später selber ins Wasser musste, weil eine Böe mein Schmuckstück umgeworfen hatte und es nun kieloben langsam in den Fluten versank.

Danach baute ich - mit immer mehr Geschicklichkeit und angelerntem Know-How noch den Schlepper Bugsier, ein Schnellboot...und irgendwann auch einen Flieger. Den musste ich immer in Bruchstücken zurück zum Kofferraum des elterlichen Autos zurücktragen...selten ist mir eine Landung gelungen, resp. meistens haben sich die Flügel bereits nach wenigen Minuten in der Luft von selber verabschiedet und liessen den Rumpf mit Karacho umsteuerbar zu Boden stürzen.

Ein schäumender Reparaturkleber ermöglichte es mir aber, das Flugzeug (eine Charter von Graupner, glaube ich) noch lange zu fliegen. Irgendwann anfangs Neunziger Jahre habe ich die Resten feierlich in Mervellier verbrannt...der schöne Viertakter sucht heute noch nach einer Verwendung in einem Modell.

Starker Wind (Fuerte Ventura), Model SexyDea, Fuerteventura 2016

 

Es folgte eine lange Pause des Modellbaus - im Alter von 20 bis 30 Jahren hatte ich wenig Lust auf dieses Hobby, das nicht so gut bei den Mädchen ankam.

Als meine damalige Frau 1991/92 schwanger war, wagte ich mich aber wieder an einen Bausatz. Diesmal sollte es ein Schiff mit Holzrumpf werden, der komplett selber gebaut ist.

Mit der St. Germain von Robbe fand ich so ein Schiff - ein Hochseefischerboot wie es die bretonischen Fischer noch heute benutzen.

Pole on Beach, Model Marina Solarina, Fuerteventura 2016

 

Als Ende der Neunziger meine Psyche stark unter der mehrfachen Belastung von Familie, Beruf und Privatleben zu leiden begann, besann ich mich wieder auf den Modellbau - seither baue ich nur noch nach Plänen und besorge mir alle Rohmaterialien und Kleinteile selber. 

Über das Forum des Vereins Schiffsmodell.net in Deutschland habe ich kompetente Unterstützung und auch einige Freunde gefunden, mit denen ich das Hobby des ferngesteuerten Wahnsinns teile.

Gleich das erste Modellschiff, das ich komplett selber baute, schlug wie eine Bombe ein. Es ist ein zu einer Surf-Basis umgebauter Schlepper mit grossem Arbeitsdeck, das ich zu einer Lounge gestaltet habe. Einige Surfer und Surfer-Girls tummeln sich auf dem Deck, teilweise nur in knappen Bikinis. Das Schiff ist in einem orange-gelben Hibiskus-Camouflage-Muster gehalten und fällt auf jedem Teich sofort auf.