Four wheels move the body - two wheels move the soul

BMW R9T Scrambler

An das Jahr 1969 erinneren ich mich nur zwei Erlebnisse: die erste Mondlandung und Neil Armstrongs Schritte auf dem Mond live zusammen mit der ganzen Familie vor Grossmutters Schwarzweiss-Fernseher gesehen zu haben und diese unglaublich coolen Easy-Riders-Töffs, die mit dem gleichnamigen Film auch im Kuhdorf Biel-Benken bekannt wurden.

Ich wollte immer ein Velo mit einer endlosen Gabel und einer Sissi-Bar...so einen Chopper wollte ich haben!

Stattdessen gab's der Praktikabilität geschuldet ein Strassenrad, ein Bonanza.

Der Einstieg in die motorisierte Verkehrswelt kam bei mir ganz sanft in Form von Papas Velosolex. Gefühlte 0,001 PS. Aber immerhin.

Mein erstes richtiges Motorrad war 1983 eine Honda XLS125.

Dann kam 1985 eine Honda XL600 ParisDakkar und etwa 1987 ihre Schwester Yamaha 600 Ténéré in Blau. Die verkaufte ich 1991, als ich heiratete und eine Familie zu gründen vorhatte - was ja auch reibungslos geklappt hat.

Heute sind meine Töchter erwachsen. Ausserdem ist das sinnlose umherschieben von anderthalb Tonnen Blech, um von A nach B zu kommen, schlicht sinnlos. Erst recht beim heutigen Verkehrsaufkommen und den immer rudimentäreren Fahrkünsten der Mitmenschen drängte sich der Umstieg, resp. Rückschritt auf's Motorrad unweigerlich auf.

Motorradfahren macht selbst bei grossem Verkehrsaufkommen Spass, wenn einem im Auto schon längst der letzte Geduldsfaden gerissen ist.

Mein neues Motorrad sollte alltagstauglich sein, genügend Power haben, zum Reisen geeignet sein, optisch was hergeben und individualisierbar sein. Ausserdem lege ich Wert auf hohe Qualität und Zuverlässigkeit.

Es blieb nur eine BMW übrig. Die meisten tendieren in diesem Fall zu einer der grossen Reise-Enduros, diesen Koffermonstern, die zwar sehr praktisch und unglaublich vielseitig sind, aber der optische Aspekt befriedigt mich gar nicht. Die Wahl fiel auf die R9T, ein Retro-Bike im Stil der Scrambler der 60er und 70er Jahre, bekannt etwa durch Steve McQueens Flucht in «Bullitt» (1968)